Spielmannsau
 

Unser eigenes Wasserkraftwerk

In der Spielmannsau gibt es seit 1923 ein Wasserkraftwerk. Unser Urgroßvater baute im Jahre 1923 ein Kraftwerk mit 2,6 kw Leistung mit Gleichstromgenerator einer Holzdruckleitung mit 300 m. und betrieb damit eine Durchströmturbine. Der Strom reichte lediglich für Licht und einen Kühlschrank, der allerdings sehr groß war und nicht zuletzt für ein Bügeleisen, was ein großer Fortschritt war.
Im Jahre 1961 baute unser Vater dann ein neues Wasserkraftwerk mit Wechselstrom und einer Ausbauleitstung von 33 kw.
Das alte E-Werk rechts der Dieselmotor, der im Winter die Wassserkraft unterstützte.
Das E-Werk wurde mit einer Geiselbrecht- Peltonturbine und einem Jahn-Regler betrieben und an den Generator wurde ein 45 PS-Dieselmotor gekoppelt, sodaß wir in Zeiten der Wasserknappheit mit dem Diesel zusätzlich mithelfen konnten. Da erst später eine Freileitung von Oberstdorf nach Spielmannsau verlegt wurde, lief das Werk im Inselbetrieb und versorgte die Alpe Oberau, die wir damals noch gepachtet hatten bis 1965 und alle Anwesen in Spielmannsau.Anfangs wußte man gar nicht wohin mit dem vielen Strom. Sehr schnell wurden zusätzliche Geräte gekauft, wie ein Elektroherd, Kühlanlagen, Heubelüftung, Elektroboiler für das heiße Wasser und vor allem Waschmaschinen, sodaß der Strom schon nach wenigen Jahren wieder knapp wurde.Als wir deshalb dem damaligen Besitzer unseres Jugendheimes, dem DJH den Strom kündigten, wurde eine Freileitung von Christlessee nach Spielmannsau verlegt und das Jugendheim abgekoppelt. Nach dem Erwerb des Jugendheimes im Jahre 1975 wurde es wieder an unser Netz angeschlossen, wir konnten dann aber mit einem Umschalter im Jugendheim auch Strom vom Netz beziehen.
Auf Grund der Vergrößerung unseres Betriebes entschlossen wir uns nach der Übernahme 1985, ein neues Wasserkraftwerk zu bauen, da der Strom einfach nicht mehr ausreichte.(Ich erinnere mich noch gut daran, daß meine Eltern ständig unterwegs waren um die Waschmaschine oder den Boiler auszuschalten, damit der Herd betrieben werden kann usw. man könnte fast sagen, lebende Abwurfschaltungen). Zunächst planten wir den Wassereinlauf zu erhöhen und höher im Traufbachtal zu platzieren, dies wurde aber durch das unwegsame Gelände dann verworfen und wir verlegten dann das Wasserkraftwerk bis zur Trettach,also 23 m

Unser jetziges Wasserkraftwerk
tiefer, sodaß wir wesentlich mehr Gefälle hatten. Im Jahre 1987 bekamen wir die Baugenehmigung und begannen mit dem Neubau. Auch das jetztige E-Werk wird mit einer Peltonturbine betrieben, hat auch noch einen Volk-Regler und kann deshalb sowohl im Inselbetrieb, als auch im Synchronbetrieb mit dem öffentlichen Netz betrieben werden. Deshalb ist es seither möglich, Strom an das öffentliche Netz zu verkaufen. Dies war anfangs sehr schlecht bezahlt, inzwischen ist es aber vom Gesetzgeber geregelt und deshalb etwas lukrativer.
Die neue Anlage wurde von der Fa. Wasserkraft Volk von Simonswald im Schwarzwald gebaut. Sie hat eine Ausbauleistung von 56 kw bei einem Wasserdurchfluß von 150 l/Sek.Da wir die Spitzen jetzt vom Netz beziehen können, ist es seit 1985 sehr komfortabel und wir haben seit dem nie mehr Stromprobleme gehabt.
Im Jahre 2005 bei dem Hochwasser am 23.8. wurden Wegstücke zum Wassereinlauf weggerissen, die Leitung unterspült und 4- 6m Stück fielen ca 6 m tief ins Bachbett sodaß die Leitung unterbrochen war.
Bereits 4 Tage später gelang es uns in Eigeninitiative die Leitung mit Zurrgurten wieder notdürftig zusammenzukoppeln und wir hatten wieder Strom. Im Herbst 2005 wurde die Stelle dann verbaut.
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